Meniskus-, Band- und Sehnenplastik
allgemeine Informationen für Patienten
- Da Meniskus-, Band- und Sehnennähte nur dann zusammenwachsen, wenn sie schnell und innerhalb durchbluteter Zonen genäht wurden, müssen oft so genannte Plastiken genutzt werden. Das sind Ersatzstoffe oder besser -gewebe, welche aus Fremdmaterial oder vom eigenen Körper gewonnen werden.
- Eine Meniskus-, Band- bzw. Sehnenplastik hat das Ziel die Funktion der Mensiken, Bänder bzw. Sehnen wiederherzustellen.
- Die Meniskusplastik bzw. das Implantat ist noch in der Entwicklung, so dass man abgerissene Teile, welche nicht angenäht werden können, aufgrund des störenden Fremdkörpergefühls, der Einklemmungserscheinungen und der Gelenkinkongruenz entfernt (Resektion und Glättung von Knorpel).
- Die Bandplastik wird bei instabilen Gelenken, welche nicht primär mit einer Bandnaht versorgt wurden bzw. eine solche Naht erneut riß, durchgeführt. Hier werden meist Sehnenabschnitte von weniger wichtigen Muskeln entnommen und so mit den Nachbargeweben (Knochen, Kapsel und andere Sehnen) verankert bzw. vernäht, dass die Funktion des zerrissenen Bandes "nachgeahmt" wird. Trotzdem sind hier aufwendige Nachbehandlungen und Rehabilitationen nötig, um ein gutes Ergebnis zu erzielen und die "alte" Verletzungen vergessen zu machen. An erster Stelle steht hier mit Abstand das vordere Kreuzband des Kniegelenkes (Der Kreuzbandschaden), welches am häufigsten reißt und die besten Ergebnisse im Rahmen einer plastischen Operation zeigt. Seltener ist eine Plastik am äußeren Bandapparat des Sprunggelenkes (Bänderriß bzw. -ruptur am OSG), am Innenband oder am hinteren Kreuzband des Kniegelenkes angezeigt. Am schwierigsten ist eine Bandplastik an der Hand durchzuführen und nachzubehandeln (Arbeits- bzw. Ergotherapie) und sollte wenn möglich durch eine erfolgreiche Naht (Meniskus-, Band- und Sehnennaht) erst gar nicht zur Diskussion stehen.
- Die Sehnenplastik kommt zur Anwendung, wenn die gerissenen Enden durch die Muskelspannung zurückweichen und sich nicht annähern und so verbinden lassen, dass sie dann einer normalen Belastung standhalten. Das liegt auch an der schlechteren Durchblutung und betrifft v.a. die Achillessehne.
- Als Zwischenlösung für eine Sehnenplastik bietet sich oft die Verankerung bzw. Neueinpflanzung der Sehne im Knochen an. Hier liegen gute Ergebnisse bei der so genannten Rotatorenmanschette der Schulter und der langen Sehnen des Oberarmbeugers vor. Im Rahmen von Schulterverletzungen (Knochenbrüche bzw. Frakturen der Schulter,Verrenkungen bzw. Luxationen der Schultergelenke) bzw. Entzündungen und Verschleiß der Schulter (Arthritis und Periarthritis der Schultergelenke,Das Einklemm- bzw. Impingementsyndrom der Schulter,Die Kalkschulter,Arthrose der Schultergelenke) kann es zu teilweisen und vollständigen Rissen (Sehnen- und Muskelrisse der Schulter) einer, mehrerer oder gar aller Muskeln kommen, welche die Schulter wie eine Manschette stabilisieren und den Oberarm drehen bzw. rotieren (daher der Begriff der Rotatorenmanschette).
- Die Rehabilitation gestaltet sich oft schwieriger als beim Knochenbruch (Knochenbruch bzw. Fraktur,Knochenbruchbehandlung bzw. Osteosynthese,medizinisches Krafttraining bzw. Trainingstherapie (MKT bzw. MTT)). Einerseits kann das Weichteilgewebe, welches der Faden, Draht, Anker o.ä. hält erneut bei zu plötzlicher Anspannung bzw. Verkürzung reißen, andererseits schwinden und verkleben Muskeln, Faszien, Sehnen und Kapseln sehr schnell, zumal noch entzündliche und blutige Schwellungen die Durchblutung stören und Schmerzen verursachen. Hier ist eine konsequente Schmerztherapie Bedingung, um eine ausgewogene passive Krankengymnastik mit Schienen, Orthesen, Geräten und unter manueller Führung eines Sporttherapeuten, eine alltags- und berufsorientierte Ergotherapie (Arbeits- bzw. Ergotherapie) sowie eine aktive KG, Sport- bzw. Trainingstherapie an Geräten (medizinisches Krafttraining bzw. Trainingstherapie (MKT bzw. MTT)) effektiv und kostengünstig zu gestalten, da eine vollständige Heilung nicht garantiert ist und geringe Behinderungen verbleiben können (Muskeldysbalance,Muskelverkürzung bzw. Kontraktur,Muskelschwäche bzw. Myopathie,Die Präarthrose,Gelenksteife bzw. Ankylose).
allgemeine Informationen für Kollegen
Grundlagen
Voraussetzung
Nahtmaterial
Ziel
- Wiederherstellen der Funktion bei nicht primär vereinten Rissenden
Indikation
- wenn Funktionsverlust nicht kompensierbar, operative Ergebnisse den konservativen überlegen sind und primäre Naht bzw. Vereinigung nicht indiziert war bzw. fehlschlug
Kontraindikation
Technik
Meniskusplastik
- im experimentellen Stadium
- aussichtsreich bei komplexen Schäden, bei denen primäre Naht fehlschlug bzw. Degenerationen und intaktem hyalinen Knorpel
Band- und Sehnenplastik
- vorderes und hinteres Kreuzband (Ligg. cruciata genus)
- fibularer Bandapparat (Ligg. fibulotalare anterius, posterius et fibulocalcaneale)
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- Retinaculum patellae
- Achillessehne (Tendo m. triceps surae sive achillae)
- Rotatorenmanschette (Tendi mm. subscapularis, supraspinatus et infraspinatus)
- lange Bicepssehne (Tendo caput longum m. biceps brachii)
Methoden
Plastik des vorderen Kreuzbandes
- diverse Transpositionen von Teilen der Kapsel, Bänder und Sehnen des Kniegelenkes
- nach Brückner (offene Plastik mit Teilen des Lig. patellae mit Teilen der beteiligten Knochen Tuberositas tibiae und unterer Patellapol, welche in Bohrkanäle von Tibia und Femor in den physiologischen Ursprung- und Ansatz-Regionen befestigt wird (bone-tendon-bone-Technik))
- nach Kurosaka (mod. nach Brückner arthroskopisch assistiert mit Fixierung durch Interferenzschraube)
- nach Hertel und Päßler (mod. nach Brückner offen minimal invasiv mit Fixierung durch Einbolzung von Knochenblock bzw. -bolzen aus Bohrkanal (Pressfit-Technik))
- nach Boszotta (mod. nach Hertel arthroskopisch assistiert mit Fixierung durch Knochenblock bzw. -bolzen)
- weitere Modifikationen liegen vor: Transplantat aus Sehne des M. Semitendinosus und/oder gracilis, biokompatible bzw. resorbierbare Schrauben intraartikulär, extraartikulär tibial und femoral, transplantafreie Fixierungen usw.
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intraarthroskopische Darstellung des Bohrkanals im Femur
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nun Darstellung des Sehnentransplantates (aus Semitendinosus) im Femur
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Plastik der Rotatorenmanschette
- nach Cofield (Plastik des M. supraspinatus durch M. subscapularis)
- nach Nevasier (Plastik des M. supraspinatus durch M. infraspinatus)
- nach Mumford (subacromiale Dekompression und evtl. Resektion der lateralen Klavikula)
- nach Apoil und Dautry (subacromiale Dekompression und transossäre Fixation der langen Bicepssehne)
- nach Mc Laughlin (subacromiale Dekompression und transossäre Fixation der Rotatorenmanschette)
- nach Ellman (Transposition des Tuberculum majus)
- nach L'Episcopo (Plastik der Mm. supra- et infraspinatus durch Mm. latissimus dorsi et teres major)
- nach Rockwood (Plastik der Mm. subscapularis et supraspinatus durch M. pectoralis major)
- nach Apoil und Augerau (Plastik der Mm. subscapularis, supra- et infraspinatus durch M. deltoideus bzw. delta flap)
Transposition der langen Bicepssehne
- Schlüsselloch-Plastik nach Froimson (Bohren eines Loches in die ventrale Kortikalis des proximalen Humerus unterhalb des Sulcus intertubercularis, Aussägen einer distaler "Kerbe", Bildung eines Knotens an entsprechender Höhe bzw. Länge des Sehnenendes, um ihn in das Loch nach Anspannen "einzuhängen" und in die Kerbe hineinrutschen zu lassen, Eigentonus des Muskels muß Herausluxieren verhindern)