
Die Präarthrose
allgemeine Informationen für Patienten
- Eine zur Arthrose führende Störung oder Krankheit nennt man Präarthrose. Die Ursache einer Arthrose muß einerseits in der falschen Belastung und andererseits in der verminderten Belastbarkeit des Korpels liegen. Im Gegensatz zum formstabilen Knochen und der zugstabilen Sehne ist der Knorpel nur druckelastisch.
- Eine falsche externen Belastung kann durch eine zu hohe oder auch zu niedrige Masse, Beschleunigung und damit Kraft (Vergleiche Issac Newton Kraft = Masse x Beschleunigung), welche auf eine Fläche wirkt, hervorgerufen werden. Dazu kommt aber leider noch der Winkel des Kraftvektors mit falschen bzw. zu hohen Scher- oder Translationskräften. Da sich der Mensch wie alle Landtiere im Gravitationsfeld der Erde entwickelt hat, müssen weniger das Gewicht des Körpers als vielmehr dreidimensionale Störungen der Gelenkfläche selbst, welche durch Vererbung, Wachstum und Unfall zur Veränderung der Architektur des Gelenkes verantwortlich gemacht werden. Aber auch die Weichteile bzw. das Bindegewebe, wozu Schleimhaut, Kapsel, Bänder, Sehnen und Muskulatur gehören können bei entsprechenden Störungen mit Veränderungen der Kräfte alle gemeinsam den Verschleiß des Knorpels (Knorpelweiche bzw. Chondromalazie) begünstigen bzw. beschleunigen.
- Im Gegensatz zu den statischen Präarthrosen (alle angeborenen und unfallbedingten Störungen (Angeborene Erkrankungen der Extremitäten und des Bewegungssystems, Der Unfall), welche den Knorpel traumatisch überlasten bzw. (zer)stören) wirken die chemischen Präarthrosen mit (Zer)störung der Belastbarkeit des Knorpelgewebes (sämtliche Gelenkentzündungen sowie wahrscheinlich alle im Blut nachweisbaren Stoffwechselstörungen wie Rheuma, Gicht (Die Gicht), Übersäuerung, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Alkoholismus, Nahrungsmitteluverträglichkeiten und Intoleranzen, Allergien) als endogene Belastungen von innen über die Blut- und Lymphversorgung.
- Dem gegenüber werden die dynamischen Präarthrosen, wozu die Muskeldysbalancen gehören, kaum wissenschaftlich bzw. randomisiert erforscht (Der Muskel, Muskeldysbalance, Muskelverspannung bzw. Myogelose, Muskelverkürzung bzw. Kontraktur). Das liegt sicherlich zum einen an der bisherigen vom Staat finanziell unterstützten und technisch verfeinerten Untersuchungsmethodik (Das Röntgen, Die Computer-Tomographie, Die Magnetresonanz-Tomographie) sowie industriellen Revolution mit Dominanz der pharmazeutischen und bildgebenden Industrie.
- Es ist aber auch eine Tatsache, dass ein Muskel eine sehr unterschiedliche anatomische Größe, physikalische Kraft und Wirkungsweise besitzt, welche zwar im anatomischen Präparationssaal gezeigt, jedoch nicht am lebenden Menschen so gemessen werden kann, dass einheitlich bzw. standardisierte Messergebnisse mit metrisch Daten von Kraft, Spannung, Reaktivität etc. vorliegen.
- Zum anderen sind Muskeleigenschaften vom Willen des Menschen (zentrales Nervensystem) bzw. nervalen Input des Muskels durch den Nerv (von Hirn bzw. Rückenmark, über Wirbelsäule, zwischen Organen und Geweben hindurch zum Muskel) mit seinen Alpha- und natürlich auch Gamma-Fasern (vgl. Reflex nach Pawlow). Hier spielt das gesamte vegetative Nervensystem eine Rolle.
- Elektromyographien sagen nichts über die physikalische Kraft und den Vektor eines Muskels aus. Schließlich ist nicht jeder Muskel aufgrund seiner anatomischen Lage bzw. Topographie, Ausgangsstellungen eines Gelenkes und seiner Agonisten (Mitspielern) in seiner Funktion einfach testbar. Aufgrund der individuell unterschiedlichen Anzahl der mitwirkenden Muskeln an einem Gelenk(vorgang), der so genannten kinetischen Kette, des (eingespielten) stereotypen Bewegungsmusters, der Ansprechbarkeit auf den nervalen Reiz, der Reaktivität seiner Muskel- und Sehnenspindeln, des Einflusses anderer Systeme (Vegetativum, craniosacrales System, Meridiansystem) usw., kann man derzeit kaum solch eine Dysbalance quantifizieren (applied kinesiology bzw. AK).
- Da individuelle kinesiologische Muskeltests leider zusätzlich vom Untersucher abhängig sind, versucht man diverse Maschinen zum Testen eines Muskels zu finden und standardisierte Tests durchzuführen.
- Dass eine Muskeldysbalance die Ursache einer Fehl- oder Falschbelastung eines Gelenkes darstellt und dieses sekundär verändert wird, ist sehr wahrscheinlich. Ob die Häufigkeit von Arthrosen bei teilweise, halbseitig, beinbetont oder gar vollständig gelähmten Menschen größer ist, bleibt unklar. Hier scheint die unphysiologische bzw. Unterbelastung des geschonten Knorpelgewebes wie in allen Bereichen der Medizin schlecht für weitere Aufgaben zu sein.
- Jedoch eins ist fast unumstritten: jede nicht mehr heilbare Arthrose zeigt ein sekundär verändertes Muskelbild (Gelenkverschleiß bzw. Arthrose).





